Oktober 2007: Österreich beendete schwarze Serie nach Niederlage gegen die Schweiz
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Das tat den geschundenen Seelen gut. Mit einem 3:2 (1:0) gegen den WM-Teilnehmer Elfenbeinküste gelang der österreichischen Nationalmannschaft der erste Sieg im Länderspiel-Jahr 2007. In Innsbruck trafen vor 30 000 Zuschauern im neuen Tivoli-Stadion Sanel Kuljic (30.) und Andreas Ivanschitz (64.) per Elfmeter, Joachim Standfest (74.) erzielte bei zwei Gegentoren von Chelsea-Stürmer Didier Drogba (53., 90. Elfmeter) einen Treffer aus dem Spiel heraus. Dieser Erfolg am 17. Oktober war der erste Sieg seit dem 4:1 gegen Trinidad und Tobago am 15. November 2006. Bei den Afrikanern hatte der Mönchengladbacher Verteidiger Steven Gohouri in der 59. Minute die Rote Karte nach einem Foulspiel an dem für Frankfurt spielenden Markus Weissenberger erhalten. |
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![]() Der Österreicher Joachim Standfest im Länderspiel gegen die Schweiz. Der Verteidiger von Austria Wien konnte die Abwehr nicht entscheidend stabilisieren. (Foto: FIRO/Augenklick) |
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Vorher hatten Nationaltrainer Pepi Hickersberger und seine Spieler harte Tage überstehen müssen. Mit dem 1:3 (1:2) im Testspiel gegen die Schweiz in Zürich am 13. Oktober war die Serie von sieglosen Partien auf neun verlängert worden. Im Duell gegen die Eidgenossen, mit denen Österreich gemeinsam die UEFA Europameisterschaft 2008 ausrichten wird, hatte das Austria-Team nach 71 Sekunden durch ein Tor von Marco Streller zurückgelegen. Nach dem Ausgleich durch Rene Aufhauser in der 11. Minute schossen die Gastgeber durch Hakan Yakin (37.) und erneut Streller (55.) und die Tore zum Erfolg. 237 Tage vor dem Beginn der UEFA Euro 2008 nahmen die Eidgenossen vor 22 000 Zuschauern im Letzigrund-Stadion damit Revanche für die 1:2-Niederlage am 11. November des vorigen Jahres in Innsbruck. |
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Die anschließende Kritik an den Österreichern ging teilweise unter die Gürtellinie. Erboste Fans forderten sogar einen freiwilligen Verzicht auf die Teilnahme am EM-Turnier und starteten eine entsprechende Kampagne. Hämische Kommentare prasselten auf das Team des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB) nieder. „Lauter starke Nationen bei der EM 2008 - und wir halt“, hieß es beim Internet-Anbieter Sport1. Der ehemalige Nationalspieler Toni Polster ätzte, das Team sei die schlechteste Mannschaft, die Österreich jemals besessen habe. Forderungen nach einer Ablösung von Hickersberger wurden lauter. Kein Wunder, dass der 57-Jährige nach dem Erfolg gegen die vom deutschen Trainer Uli Stielike betreute Elfenbeinküste erleichtert feststellte: „Gott sei Dank haben wir endlich wieder gewonnen, denn zehn Spiele ohne Sieg wären nicht auszuhalten gewesen. |
![]() Auf das Konto von Andreas Ivanschitz, den für Panathinaikos Athen spielenden Kapitän, gehen von Februar bis Oktober 2007 drei Tore und vier Torvorlagen für Österreich. (Foto: FIRO/Augenklick) |
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In der zweiten Ära von Hickersbeger, der die Mannschaft schon einmal betreute, wurden inzwischen 18 Länderspiele bestritten. Nur vier davon wurden gewonnen (gegen Liechtenstein, Schweiz, Trinidad/Tobago und Côte d´Ivoire), Unentschieden gab es gegen Costa Rica, Malta, Ghana, Paraguay, Tschechien und Japan, Niederlagen im Vorjahr gegen Kanada, Kroatien, Ungarn und Venezuela, sowie in 2007 gegen Frankreich, Schottland, Chile und in der Schweiz. Am 16. und 21. November finden im Wiener Ernst-Happel-Stadion die Testspiele gegen England und Tunesien statt. |
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„Die Kritik ist ja teilweise berechtigt“, gab Hickersberger nach der Pleite in Zürich zu: „Über die Art und Weise kann man sicher streiten, ich bin aber nicht so empfindlich wie der eine oder andere Spieler.“ Der Teamchef lieferte einige Begründungen, warum seine Mannschaft einfach nicht in die Form kommt, die Optimismus für das nächste Jahr zuläßt. „Das Bosman-Urteil hat fast alle österreichischen Vereine dazu verführt, dass sie zu viele Ausländer gekauft haben. In den Jahrgängen, die im besten Fußball-Alter sein müssten, haben wir kaum Spieler“, erklärte Hickersberger. „Es gibt nur Talente, die eine gute U-20-WM gespielt haben und die über 35-jährigen Super-Oldies. |
![]() Markus Weissenberger auf dem Weg nach vorne. Der kleine Mittelfeldspieler von Eintracht Frankfurt gehört wieder zu Österreichs Stützen. (Foto: FIRO/Augenklick) |
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Dazwischen ist die Auswahl gering.“ Experten geben ihm Recht. Seinem Spielerkreis, in der Weltrangliste auf Position 85 stehend, mangelt es an internationaler Klasse. Jedenfalls wird ein gutes internationales Niveau selten erreicht. Erschreckend war es, dass im Alpenderby das Team des EURO-Partners gedankenschneller, entschlossener und engagierter wirkte. |
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![]() Austria-Teamchef Pepi Hickersberger schaut besorgt: Er weiß, dass auch nach dem 3:1 gegen die Elfenbeinküste bis zur UEFA EURO 2008™ noch viel zu tun ist. (Foto: FIRO/Augenklick) |
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Der Sieg gegen das zuvor lange ungeschlagene Team von der Elfenbeinküste glättete die Wogen der Aufregung allerdings. „Diesen Sieg schenken wir Spieler dem Teamchef“, sagte Mannschaftskapitän Ivanschitz. „Die Spieler müssen nicht für mich, sondern für Österreich spielen. Und das haben sie sehr gut gemacht. Ich habe davon profitiert und dafür möchte ich mich bedanken“, sagte Hickersberger. Das Publikum im renovierten Tivoli reagierte begeistert, aber es klang Ironie beim Fan-Gesang mit. „Wir werden jetzt Europameister“, sangen die Zuschauer. Das Kunststück wird die ÖFB-Auswahl wohl kaum schaffen, aber mit dem Ende der schwarzen Serie legte sich wenigstens die schlechte Laune, die landesweit unter den Fußball-Fans geherrscht hatte. |
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