Juli 2007: Toller Erfolg für Österreichs Fußball: Junioren wurden WM-Vierter
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Die Junioren der U-20-Auswahl haben elf Monate vor der UEFA Europameisterschaft in Österreich eine neue Fußball-Euphorie ausgelöst. Das junge Team beendete die FIFA Weltmeisterschaft der U-20-Altersklasse in Kanada überraschend auf Platz vier. Im Spiel um Platz drei, dem „kleinen Finale“, verlor die Auswahl des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB) am Sonntag (22. Juli) in Toronto gegen Chile mit 0:1 (0:1). Der vierte Platz ist als großer Erfolg einzustufen. |
![]() Erwin Hoffer von Rapid Wien war am großen Erfolg der österreichischen Junioren bei der FIFA-U-20-Weltmeisterschaft in Kanada beteiligt. (Foto: Rauchensteiner/Augenklick) |
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Maximal auf den Vorstoß in das Viertelfinale hatten die Österreicher gehofft, das Ziel war mit dem Achtelfinale recht bescheiden gesteckt. „Meine Spieler haben sich im Laufe des Turniers fantastisch geschlagen. Ich hoffe, dass sie den Schwung dieses Turniers mitnehmen und in der österreichischen Liga und auch in der A-Nationalmannschaft für Furore sorgen werden“, sagte Paul Gludovatz, der Trainer des U-20-Teams. In Österreich lösten die Spiele der Junioren große Begeisterung aus. Es wurde sogar vorgeschlagen, dass Nachwuchsteam im nächsten Jahr an der UEFA EURO 2008™ im eigenen Land teilnehmen zu lassen. Die Junioren könnten bei dem UEFA EM-Turnier in Österreich und der Schweiz die A-Nationalmannschaft, die noch um eine gute Form ringt, ersetzen. Diese Idee kam aus der Politik und wurde von einigen Medien aufgegriffen. |
![]() Erst 18 Jahre alt spielte Veli Kavlak (Rapid Wien) bei der FIFA Weltmeisterschaft der unter 20-Jährigen in Kanada groß auf. (Foto: Firo/Augenklick) |
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Das Finale der FIFA U-20-Weltmeisterschaft in Toronto gewann Argentinien mit 2:1 (0:0) gegen Tschechien. Die Südamerikaner verteidigten ihren Titel und setzten sich in der Altersstufe der unter 20-Jährigen bereits zum sechsten Mal durch. „Die Youngster sorgen für EURO-Stimmung“, schrieb die Tageszeitung „Die Presse“, nachdem die Mannschaft das Halbfinale erreicht hatte. „Der Semifinal-Einzug des U20-Teams ist unbezahlbare Werbung in Sachen EURO 2008“, hieß es weiter in dem renommierten Wiener Blatt. In der Vorschlussrunde wurde der Erfolgszug des Teams aber gestoppt. Mit 0:2 (0:2) unterlag der Austria-Nachwuchs gegen Tschechien, das zuvor Spanien, den UEFA Europameister dieser Alterklasse, ausgeschaltet hatte. Das Team um Kapitän Sebastian Prödl, der einer der besten Verteidiger des Turniers war, startete in das österreichische Fußball-Sommermärchen fernab der Heimat am 2. Juli in der Vorrunden-Gruppe A mit einem 1:1 (0:1) in Edmonton gegen die Mannschaft aus dem Kongo. Im zweiten Spiel am 5. Juli, wieder in Edmonton, folgte der erste große Coup, der 1:0 (0:0)-Erfolg gegen Gastgeber Kanada. Mit einem 0:0 gegen Chile, das später auch das Halbfinale einzog, qualifizierte sich die Mannschaft am 8. Juli in Toronto als Gruppenzweiter für das Achtelfinale. Am 11. Juli folgte das 2:1 (1:0) in der ersten Partie der K.o.-Runde gegen Gambia, diesmal wieder in Edmonton. Das Tor zum Viertelfinale war aufgestoßen, aber erneut musste die Junioren die weite Reise nach Toronto auf sich nehmen. Dort wartete die USA, die darauf gehofft hatten, bei diesem Turnier in Nordamerika in die Entscheidungsspiele um die Medaillen eingreifen zu können. Am 14. Juli gelang Österreichs Junioren der zweite Coup: Mit 2:1 (1:1, 1:1) nach Verlängerung wurde die US-Auswahl geschlagen. Das Halbfinale war erreicht, nun stand es fest, dass Österreich bei dieser FIFA Weltmeisterschaft die Maximalzahl von sieben Spielen austragen würde. Daheim in Wien, Salzburg, Klagenfurt und Innsbruck, den österreichischen Austragungsstädten der UEFA EURO 2008™, aber auch an vielen andern Orten der Alpenrepublik freuten sich die Sportinteressierten über die tollen Erfolge. Mit einer recht kuriosen Idee sorgte eine politische Partei, die steirische FPÖ, anschließend für zusätzliche Schlagzeilen im Zusammenhang mit den starken Fußball-Junioren. Das U-20-Team solle die Möglichkeit bekommen, Österreich bei der UEFA EURO 2008™ zu vertreten. Dazu solle ein Entscheidungsspiel zwischen der Junioren-Mannschaft und dem österreichischen A-Nationalteam in Graz stattfinden. Das siegreiche Team könne dann Österreich bei der UEFA EURO 2008™ vertreten, lautete der Vorschlag aus der FPÖ. Die Experten warnten umgehend. „Zwei, drei können den Sprung in den A-Kader schaffen“, sagte Trainer Gludovatz. Trotz starker Talente wie Okotie, Junuzovic, Kavlak oder Hoffer würde sein Team vor allem von einem hervorragenden Kollektiv und jahrelangen Zusammenspiel leben. Gegen ältere, erfahrene Routiniers bei der UEFA Europameisterschaft zu bestehen, würde seine Mannschaft überfordern, erklärte Gludovatz. |
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![]() ÖFB-Präsident Friedrich Stickler (rechts), hier mit Ex-Nationalspieler Andreas Herzog, unterstützte das Junioren-Team bei der FIFA WM in Kanada mit seiner Anwesenheit. (Foto: GES/Augenklick) |
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Im Halbfinale in Edmonton am 18. Juli bezogen die Junioren mit einem 0:2 (0:2) gegen Tschechien schließlich im sechsten Turnierspiel ihre erste Niederlage. Im Spiel um Platz drei war, nach einer erneuten Reise nach Toronto, eine unglückliches 0:1 gegen Chile zu beklagen. Das „Bronze“-Tor erzielten die Südamerikaner zu einem ungünstigen Zeitpunkt in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit. Obwohl Verteidiger Madl in der 68. Minute eine Gelb-Rote Karte erhielt, kam Austria noch zu sehr guten Ausgleichschancen. Der großartige chilenische Schlussmann Toselli bot schier unglaubliche Paraden. Wenn er sich geschlagen geben musste, trafen die Bälle nach österreichischen Angriffen aber nur das Aluminium der Torbegrenzung. Die Euphorie um das U-20-Team strahlte auch auf die UEFA-U19-Europameisterschaft ab, die teilweise zeitgleich in Oberösterreich stattfand. Das Zuschauerinteresse nahm enorm zu. Die Austria-Junioren boten eine gute Leistung, verloren aber das erste Gruppenspiel gegen die starken Spanier mit 0:2. Nach einem 1:1 gegen Griechenland schied die UEFA-U19-Auswahl des Gastgebers mit dem 0:2 gegen Portugal nach der Gruppenphase aus dem Wettbewerb aus, bei dem Deutschland gegen Griechenland sowie Spanien gegen Frankreich die Halbfinalspiele austrugen. |


