November 2007: Enttäuschendes Ende für deutsches Team nach Blitz-Qualifikation
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Es war eine großartige Qualifikation, die die deutsche Nationalmannschaft auf ihrem Weg zur UEFA EURO 2008™ absolviert hatte. Acht Siege, drei Unentschieden und eine Niederlage, die erst eintrat, als die Teilnahme an der UEFA EM-Endrunde feststand: Der dreimalige Europameister schaffte als erste Mannschaft den Einzug in die Endrunde der UEFA Euro 2008™, die vom 7. bis 29. Juni in Österreich und in der Schweiz stattfinden wird. „Wir haben es geschafft, den WM-Schwung mitzunehmen und uns weiter zu entwickeln. Wenn man die letzten anderthalb Jahre nimmt, haben wir viele gute Spiele gemacht“, sagte Bundestrainer Joachim Löw. Die deutschen Spieler trugen ein Plakat „Danke Fans – Mit Euch zur EM 2008“ über den Rasen nach dem letzten Qualifikationsspiel in Frankfurt am Main. Aber so richtig freuen wollten sich die Deutschen an diesem Abend nicht: Viele der 50 000 Zuschauer im ausverkauften Stadion pfiffen, das 0:0 gegen Wales hatte ihnen nicht gefallen. |
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![]() Das deutsche Team bedankt sich bei den Fans. Nach dem 0:0 gegen Wales tragen die Spieler ein Plakat über den Rasen im Frankfurter Stadion. (Foto: Baumann/Augenklick) |
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„Das ist nicht schön“, sagte Philipp Lahm, der Beste im enttäuschenden Team, zum Pfeifkonzert. Aber er steckte die Proteste wie alle anderen professionell weg. „Man muss die Zuschauer verstehen, sie wollten viele Tore sehen“, erklärte der Münchner Verteidiger. „Das Publikum ist halt ein bisschen verwöhnt“, sagte Löw. So schlimm wie beim 0:3 gegen Tschechien, der einzigen Niederlage im UEFA EM-Rennen, brachten die Fans ihr Missfallen diesmal auch nicht zum Ausdruck. Aber angenehm war der Abschluss des Jahres wirklich nicht. Vier Tage zuvor beim 4:0 gegen Zypern in Hannover war die Mannschaft noch gefeiert worden. |
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![]() Lukas Podolski war als linker Mittelfeldspieler der überragende Spieler beim 4:0 der deutschen Elf gegen Zypern. Der gelernte Stürmer schoss ein Tor und bereitete drei vor. (Foto: GES/Augenklick) |
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Die Quittung für den nicht überzeugenden Kick stellte sich umgehend ein: Das Ziel, den ersten Platz in der Gruppe D zu belegen, wurde verfehlt. Tschechien gewann 2:0 auf Zypern und sicherte damit den Gruppensieg. Zuvor war in Deutschland spekuliert worden, ob ein Sieg gegen Wales klug wäre, weil eine sehr ungünstige Konstellation für die Auslosung am 2. Dezember in Luzern drohen würde. Mit dem Remis fiel der FIFA WM-Dritte aber sogar in den dritten von vier Töpfen zurück. Nun ist eine ebenso schwere Gruppe denkbar: Niederlande, Italien und Frankreich sind als UEFA EM-Vorrundengegner des Titelträgers von 1972, 1980 und 1996 möglich. Eine leichtere Variante wäre: Österreich, Schweden, Polen oder Russland. „Es ist schon ein bisschen unverschämt, wenn man im Vorfeld die Fragen hört, ob man absichtlich verlieren würde, um eben nicht in den Gruppentopf eins oder zwei zu kommen. Das entspricht nicht dem Charakter der Mannschaft. Selbstverständlich wollten wir gewinnen“, erklärte Löw. Seine Spieler hatten gegen die Profis aus der zweiten englischen Liga auch zu viele Torchancen, um die Behauptung eines absichtlichen Unentschiedens untermauern zu können. Aber Lahm deutete an, warum die Spieler geistig etwas abwesend waren: „Man will jedes Spiel gewinnen, aber man hat immer im Hinterkopf, dass man schon qualifiziert ist.“ Es wurde deutlich, dass die Leistungsträger wie Bernd Schneider, Michael Ballack, Torsten Frings und auch Bastian Schweinsteiger sehr fehlen, wenn das deutsche Spiel nicht gut läuft. „Wir freuen uns, wenn der Kapitän bald wiederkommt“, sagte Löw. Aber er sorgt sich auch, ob der Leitwolf noch stark genug sein wird, die Jüngeren zu führen. „Aber es wird nicht einfach. Nach acht Monaten den Anschluss zu finden, ist nicht leicht.“ Löw hofft demnächst wieder auf Topleistungen durch einen verschärften Konkurrenzkampf. |
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![]() Gonzalo Castro (rechts) stand erstmals beim Anpfiff im deutschen Team. Der 20-jährige Leverkusener bestreitet einen Zweikampf gegen den Waliser David Alexander Edwards. (Foto: Firo/Augenklick) |
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„Meinen Stamm habe ich im Kopf. Der Kampf um einige Plätze wird schon richtig entbrennen. Die Spieler müssen sich in erster Linie über die internationalen Spiele und die Bundesliga bewähren“, sagte Löw. Nach seinen Aussagen der vergangenen Wochen ist bei der EM wieder mit der FIFA WM-Mannschaft zu rechnen. Exakt die Stammelf des Sommermärchens 2006 könnte sich wieder als Team herauskristallisieren. Lediglich Rechtsverteidiger Arne Friedrich, für den Marcell Jansen oder Clemens Fritz in die Elf rutschen könnte, wird immer wieder in Frage gestellt. Im Prinzip stehen, wenn Löws Erklärungen zur Personalplanung addiert werden, schon 19 von 23 UEFA EM-Spielern fest – mit den Einschränkungen, dass keiner krass seine Form verlieren darf und neue Verletzungen eintreten. Lehmann, Hildebrand, Enke als Torhüter, Arne Friedrich, Metzelder, Mertesacker, Lahm, Jansen, Manuel Friedrich als Verteidiger, Schneider, Ballack, Frings, Schweinsteiger, Hitzlsperger, Fritz im Mittelfeld, Klose, Kuranyi, Gomez und Podolski als Stürmer. Für die restlichen vier Plätze haben wahrscheinlich Borowski, Trochowski, Hilbert, Rolfes, Pander, Kießling, Helmes und Castro die besten Chancen. Tasci, Jones und Khedira, die bereits nominiert wurden, aber noch nie spielten, könnten eventuell bei starken Leistungen den Sprung in den Kader noch schaffen. Torwart Neuer, Hanke, Neuville, Asamoah, Schlaudraff oder Odonkor sowie der seit der FIFA WM fast durchgehend verletzte Kehl besitzen nur Außerseitenchancen. |
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