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Oktober 2007: Deutsches Team in Rekordzeit zur UEFA EURO 2008™

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Diese deutsche Mannschaft schaffte mit einem 0:0 in Dublin gegen Irland am 13. Oktober 2007 den Einzug in die Endrunde zur UEFA EURO 2008™. (Foto: GES/Augenklick)


In zwei Gruppen teilten sich die deutschen Nationalspieler. Eine Abteilung besuchte ein typisch irisches Pub in der Temple-Bar-Region im Herzen Dublins, die andere Truppe blieb im Hotel Four Seasons und feierte dort. Eine richtig große Party fand nicht statt, die Begeisterung blieb im Rahmen. Dass die deutschen Spieler auf ihren ersten Etappenerfolg zum großen Ziel des Titelgewinns bei der UEFA EURO 2008™ zurückhaltend reagierten, überraschte weder Teammanager Oliver Bierhoff noch Bundestrainer Joachim Löw.

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„Das passt zu dieser Mannschaft. Es war für sie eine Selbstverständlichkeit“, sagte Bierhoff. Mit einem 0:0 gegen Irland im Croke-Stadion in Dublin hatte sich die deutsche Nationalmannschaft am 13. Oktober so frühzeitig wie kein anderes deutsches Team für die Endrunde einer UEFA Europameisterschaft qualifiziert hatte. Als er die riesige Croke-Arena verließ, verriet Verteidiger Per Mertesacker den wahren Grund für den dezenten Jubel: „Wir konnten uns einfach nicht richtig freuen, weil wir nicht gewonnen hatten. Erst in der Kabine sah es anders aus.“

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Per Mertesacker machte beim 0:0 gegen Irland auch sehr unangenehme Erfahrungen. Der Verteidiger spielte unbeeindruckt weiter, obwohl er einen Tritt ins Gesicht bekam. (Foto: GES/Augenklick)

Diese Mannschaft, die schon drei Spiele vor dem Abschluss der Qualifikation als erste in Europa ihre UEFA EM-Teilnahme einfuhr, unterscheidet sich wirklich von vielen vorangegangenen Teams des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Nur gewonnene Spiele geben die richtige Befriedigung. Das Remis gegen die Iren gab keinen Anlass zu ungebremster Freude. Auch die Tatsache, dass vier Tage später in München das Top-Duell der Gruppe D auf dem Programm stand, unterdrückte jede Neigung, den Einzug in die UEFA EM-Endrunde ausgiebig zu feiern.

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Mit der Partie gegen Tschechien fand der WM-Dritte dann schnell das Normalmaß wieder. Mit dem 0:3 (0:2) gegen die Tschechen, die sich damit ebenfalls die Teilnahme an der UEFA Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz qualifizierten, bezog die deutsche Mannschaft ihre erste Niederlage im neunten Pflichtspiel unter der Regie von Klinsmann-Nachfolger Löw. Die Euphorie löste sich wieder auf.

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Niedergeschlagene deutsche Spieler nach dem 0:3 in München gegen Tschechien: Arne Friedrich, Lukas Podolski und Mario Gomez (von rechts). (Foto: GES/Augenklick)

Löw ließ keine Katastrophenstimmung aufkommen, sondern ordnete das Ereignis als heilsam ein. Prominente Ausfälle waren zu beklagen gewesen: Mit Michael Ballack, Bernd Schneider, Miroslav Klose, Philipp Lahm und Jens Lehmann fehlten Stammspieler, außerdem gute Ergänzungskräfte wie Thomas Hitzlsperger, Tim Borowski, Christian Pander oder Roberto Hilbert. Eine bessere B-Elf kassierte gegen die Tschechen die höchste Heimniederlage seit dem 0:3 gegen Frankreich am 15. November 2003 in Gelsenkirchen und die erste Schlappe in der UEFA EM-Qualifikation nach 24 Spielen ohne Niederlage. Die letzte hatte es am 10. Oktober 1998 mit dem 0:1 in der Türkei gegeben. „Es ist nicht so, dass wir eine tiefe Enttäuschung mitnehmen. Die Niederlage wird uns nicht zurückwerfen“, sagte Löw, der mit seinem Team die Qualifikation zur UEFA EURO 2008™ am 17. November in Hannover gegen Zypern und am 21. November in Frankfurt gegen Wales abschließt.

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Jens Lehmann bot eine Weltklasse-Leistung in Dublin, obwohl der deutsche Torhüter beim FC Arsenal seit einigen Wochen nicht gespielt hatte. (Foto: GES/Augenklick)


Die verdiente Niederlage in München konnte die großartige Leistung der jungen Mannschaft zuvor allerdings kaum schmälern. „Vom Teamgeist her ist dies die beste Nationalmannschaft, in der ich gespielt habe“, sagte Kapitän Torsten Frings, der schon bei der FIFA WM 2002 dabei war, als eine gute Kameradschaft die Grundlage für die Vizeweltmeisterschaft schuf. Außerdem hatte sich die Mannschaft unter der Führung von Löw permanent entwickelt. „Schon bei der WM war etwas zusammengewachsen. Seitdem sind wir noch weiter gekommen“, sagte Frings.


36 Spieler setzte Löw in den 16 Spielen (12 Siege/2 Remis/2 Niederlagen) seit seinem Dienstbeginn im August 2006 ein. Ausfälle von wichtigen Spielern wurden immer überraschend gut kompensiert. „Wir sind inzwischen auf allen Positionen doppelt und dreifach besetzt. Das war der Schlüssel zum Erfolg bei dieser Qualifikation“, sagte Mertesacker. „Die große Personaldecke ist wirklich erstaunlich. Das ist ein Luxusproblem für den Trainer“, erklärte Christoph Metzelder. Es war eigentlich immer egal, wer für verhinderte Stammkräfte ins Team kam: Die Aufgaben wurden stets gelöst. „Ich habe als Spieler einige quälende Qualifikationen erlebt. Hut ab vor der Leistung dieser Mannschaft“, sagte Bierhoff. Eine konsequente Trainingsarbeit hat dazu geführt, dass alle Spieler die taktischen Aufgaben, die an bestimmte Positionen fest geknüpft sind, in- und auswendig kennen. „Dadurch haben sich Automatismen eingeschliffen. Das gibt allen große Sicherheit“, erklärte Löw.

Die deutschen Spieler betonten, dass sie vier Tage später in München wieder ihre volle Leistungskraft in die Waagschale werfen wollten. Bierhoff warnte allerdings: „Wir müssen aufpassen, dass die Selbstsicherheit nicht in Selbstüberschätzung übergeht.“ Der Teammanager sagte dies in Hinblick auf das Endrundenturnier der UEFA Europameisterschaft. Aber schon am 17. Oktober wurde die deutsche Mannschaft mit unerfreulichen Dingen konfrontiert. Das 0:3 gegen die Tschechen war die schlechteste Leistung seit dem 1:4 im Test gegen Italien am 1. März 2006 in Florenz. Ein Stück Selbstüberschätzung trug zur Niederlage bei. Die Erkenntnis nach zwei Spielen ohne eigenes Tor und mit nur einem Punkt statt möglicher sechs lautete: Nur mit hundertprozentiger Konzentration ist die deutsche Mannschaft in der Lage, Spitzenleistungen zu erreichen.