Juli 2007: Timo Hildebrand mit offenen Armen in Valencia empfangen
|
„Willkommen in deinem neuen Zuhause.“ So begrüßte Juan B. Soler, Präsident des spanischen Topvereins Valencia CF, seinen Neuzugang. Der „Portero“, dieser Torwart, sei der beste seines Fachs in Deutschland, lobte Soler den blonden Mann, der sich lächelnd den Medien präsentierte. Timo Hildebrand war endlich in Valencia angekommen. Der Tabellen-Vierte der spanischen Elite-Liga präsentierte den 28-Jährigen als neuen Tormann. „Ich muss zugeben, ich war ganz schön nervös“, sagte Hildebrand. Viel Lob erhielt er nach seinem ersten offiziellen Termin beim zweimaligen Finalisten der UEFA Champions League. Denn Timo hatte in den Wochen, als er sich anschickte, mit dem VfB Stuttgart die deutsche Meisterschaft zu gewinnen, fleißig die spanische Sprache gebüffelt. Und gleich bei seiner Vorstellung überraschte Hildebrand die Journalisten und die Vereinsvertreter mit einigen Sätzen in der Sprache, in der er sich mindestens bis zum Juli 2010 verständigen will. So lange läuft sein neuer Vertrag in Valcenia. |
![]() Darauf hat Timo Hildebrand lange gewartet: Seit Mitte Juni trägt der frühere Stuttgarter das Trikot des Valencia Club de Futbol. (Foto: gd-Archiv) |
|
„Er kann sich schon prima auf Spanisch verständigen“, lobte Vereinschef Soler seinen neuen Angestellten. „Verstehen kann ich schon einiges – sofern nicht Dialekt gesprochen wird. Das Sprechen ist aber noch etwas holprig“, sagte Hildebrand. Er geht mit Selbstvertrauen in das Auslandsabenteuer. Bei Valencia, das sich noch für die UEFA Champions League 2007/08 qualifizieren kann, steht Jose Santiago Canizares unter Vertrag. Der blonde Schlaks, deutschen Fußball-Fans vielleicht noch vom Endspiel der UEFA Champions League 2001 in Erinnerung, als der FC Bayern München in Mailand den FC Valencia im Elfmeterschießen bezwang, ist in die Jahre gekommen. Aber der 37-Jährige ist beliebt bei den Fans, und er ist ein richtig guter Torwart. |
|
![]() Valencia CF ist einer der absoluten Topvereine in der Primera Division. Mit Timo Hildebrand als Torwart wollen die Spanier noch ein Stück nach oben. (Foto: gd-Archiv) |
|
Doch Timo Hildebrand fürchtet sich nicht, er nimmt den Konkurrenzkampf offensiv an. „Ich stelle mich der Herausforderung“, sagte der Keeper, der zwölf Jahre für den VfB Stuttgart spielte. „Valencia ist seit Jahren eine Top-Adresse im europäischen Fußball. So ein hohes Niveau ist nur zu erreichen, wenn es auf jeder Position starke Konkurrenz gibt, also auch unter den Keepern.“ Die Begrüßung verlief schon einmal sehr positiv, auch die ersten Trainingstage in der dritten Juli-Woche waren gut. Die Spanier sind sehr gespannt auf Hildebrand, der nach Weltmeister Rainer Bonhof, der zwischen 1978 und 1980 für den Klub spielte, der zweite Deutsche beim FC Valencia ist. Bonhof brachte seinerzeit den Erfolg mit: Valencia wurde 1980 UEFA Europacupgewinner im Pokalsieger-Wettbewerb. Außerdem holte der fünfmalige spanische Meister dreimal den UEFA-Pokal (1962, 1963, 2004). Valencia ist eine Boom-Stadt, die noch viel vor hat. Durch den America’s Cup der Formel 1 der Segelsportler rückte die Hafenstadt zuletzt stark in die Medien. Die richtige Formel 1 des Motorsports plant künftig ein Stadtrennen in dieser modernen, attraktiven Metropole am Mittelmeer. Der Verein lässt ein neues, prächtiges Stadion bauen. Timo Hildebrand ist also zu einem Klub gekommen, der nach dem FC Barcelona und Real Madrid die dritte Kraft des starken spanischen Vereinsfußballs bildet und sich noch weiter verbessern will. |
|
![]() Bei seiner Vorstellung in Valencia begeisterte Timo Hildebrand die Zuhörer, indem er ein paar Sätze in spanischer Sprache formulierte. „Mit Spickzettel“, wie er zugab. (Foto: gd-Archiv) |
|
„Ich spiele bei meinem Wunschverein“, sagte der Torwart. „Hier wollte ich von Anfang an hin. Die Stadt ist klasse, die Leute sind unglaublich begeisterungsfähig, sie lieben den Fußball, sie genießen das Leben. Ich bin sehr glücklich darüber, dass es mit Valencia geklappt hat.“ Die Behauptungen, dass er hinter Canizares zur Nummer zwei würde, kann er kaum noch hören. Er hat gute Gespräche mit Trainer Quique Sanchez Flores geführt. Auch mit dem neuen Sportdirektor Miguel Ángel Ruiz ist alles besprochen. Ruiz löste den Italiener Amedeo Carboni als Manager ab. Der frühere Valencia-Spieler hatte sich besonders dafür stark gemacht, dass mit Hildebrand ein Weltklasse-Torhüter nach Valencia geholt wurde, aber auch von allen anderen Klubverantwortlichen wurde er schließlich mit offenen Armen empfangen. Auf seiner Homepage hat Timo Hildebrand interessante Fragen einiger Fans nach seinem Wechsel von Stuttgart nach Valencia bereits beantwortet. http://www.timo-hildebrand.de/index3.htm |


