Juni 2008: Spanien ist bei seiner dritten Finalteilnahme der Titelfavorit
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Es war eine eindrucksvolle Demonstration höchster Klasse: Die spanische Nationalmannschaft erreichte mit einem 3:0 (0:0) über Russland das Finale der UEFA Europameisterschaft 2008™. Die Kritiken überschlugen sich nach dem Auftritt der Iberer, für die im Ernst-Happel-Stadion in Wien Xavi Hernandez, Daniel Güiza und David Silva in der zweiten Halbzeit die Tore schossen. Das Team von Trainer Luis Aragones trifft am Sonntag in Wien im Finale auf Deutschland. Nach ihrer Leistung im Semifinale wurden die Spanier nach ihrer Gala gegen die Russen eindeutig zum Titel-Favoriten erklärt. Für Spanien ist es nach 1964, als der Titel gegen die Sowjetunion gewonnen wurde, und nach 1984, als das Finale gegen Frankreich verloren ging, die dritte Teilnahme an einem Endspiel. Deutschland steht zum sechsten Mal im Finale und gewann dreimal den Titel. |
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![]() Der Jubel der spanischen Fans in Wien nach dem 3:0 im Halbfinale gegen Russland war riesig. Zum dritten Mal erreichte Spanien das Endspiel einer UEFA Europameisterschaft&trade. (Foto: GES/Augenklick) |
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Die beiden Finalgegner trugen bisher 19 Duelle gegeneinander aus. Achtmal gewann die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), fünfmal siegte Spanien, sechs Partien endeten mit einem Remis. Die letzte Begegnung fand im Februar 2003 auf Mallorca statt, das Testspiel gewannen die Gastgeber mit 3:1. Arne Friedrich, Christoph Metzelder, Miroslav Klose und Oliver Neuville waren auf deutscher Seite damals dabei und stehen auch im deutschen Kader der UEFA EURO 2008™. Bei den Spanier wirkten damals bereits Iker Casillas, Carles Puyol und Xavi Hernandez mit. |
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Die Spanier bewiesen im Halbfinale, dass sie die überragende und konstanteste Mannschaft des Turniers stellen. Nach den drei Siegen in der Gruppe gegen Russland, Schweden und Griechenland sowie dem Erfolg gegen Italien nach Elfmeterschießen im Viertelfinale bot das talentierte Team in der Vorschlussrunde erneut Weltklasse-Fußball. Die Russen, die im Viertelfinale überraschend deutlich mit 3:1 die Niederlande aus dem Wettbewerb geworfen hatten, waren wie beim 1:4 im Gruppenspiel weitgehend chancenlos. Aragones, der sein Amt als Nationaltrainer nach dem Finale aufgibt und zu Fenerbahce Istanbul wechseln wird, hatte die gleiche Anfangsformation aufgeboten wie zum Gruppenauftakt gegen die Russen. |
![]() Cesc Fabregas vom FC Arsenal ist einer der Mittelfeldstrategen des spanischen Teams. Beim 3:0 gegen Russland im Halbfinale bereitete er zwei Treffer vor. (Foto: GES/Augenklick) |
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Nach einer farblosen ersten Halbzeit wurde der zweite Durchgang bei Dauerregen furios. Xavi brachte die Spanier in Führung, als er aus fünf Metern eine Hereingabe von Andres Iniesta über die Linie schoss (50.). Anschließend setzte Cesc Fabregas den vier Minuten zuvor eingewechselten Daniel Güiza ein, der mit seinem zweiten Turniertreffer zum 2:0 (73.) erhöhte. David Silva traf nach erneuter Vorlage von Fabregas zum Endstand (82.). Fabregas, der für David Villa in die Partie kam, erklärte nach dem Spiel: „Im Finale wartet ein sehr starker Gegner auf uns. Wir müssen hochkonzentriert in die Partie gehen, um unsere Chance zu wahren.“ Der deutsche Bundestrainer Joachim Löw sagte: „Die Spanier sind mit ihrem flexiblen Mittelfeldspiel unberechenbar. Das wird das schwerste Spiel des Turniers, aber wir sind zuversichtlich.“ Er kann personell aus dem Vollen schöpfen. Alle 23 Spieler sind einsetzbar. Bei Spanien fällt voraussichtlich David Villa, der erfolgreichste Torschütze, wegen Muskelbeschwerden aus. |
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![]() Der Spanier Daniel Güiza (links), der eingewechselt wurde und das 2:0 erzielte, behauptet sich im Regen im harten Duell gegen den Russen Aleksandr Anyukow. (Foto: GES/Augenklick) |
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„Keine andere Mittelfeldreihe versteht es, mit so viel taktischer Ruhe und gleichzeitig so schön und klug miteinander zu spielen, wie es diese Spanier können“, lobte die Neue Zürcher Zeitung den starken Auftritt: „Dass sich die Iberer so gut miteinander verstehen, ist nicht selbstverständlich. Früher, da waren die Clans im spanischen Nationalteam oft zerstritten, die Katalanen, die Basken, die Kastilier, die Galicier und andere, die sich alle nicht richtig mochten. Nur die Klubs zählten.“ Die Süddeutsche Zeitung verteilte die Chancen zugunsten des deutschen Gegners: „Unter fußballtechnischen Gesichtspunkten hat dieses Finale einen klaren Favoriten.“ Gleichlautend zog die Frankfurter Allgemeine Zeitung ihr Fazit nach dem Halbfinale von Wien mit Blick auf das Endspiel: „In dieser Form sind die Profis aus der Primera División und der Premier League auch gegen die Deutschen Favorit. Doch das muss, wie die Erfahrung dieser EM lehrt, nichts heißen. Die deutsche Nationalmannschaft muss sich also auf einiges gefasst machen – doch in der Rolle des Außenseiters hat sie sich ja schon gegen Portugal äußerst wohl gefühlt.“. |
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