Januar 2008: England bei der UEFA EURO 2008™ dabei: Schiedsrichter Webb für die Endrunde nominiert
|
Der Fußball-Verband Englands hat die Teilnahme an der UEFA EURO 2008™ doch noch geschafft. Allerdings wurde nicht die englische Nationalmannschaft von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) nachträglich nominiert. Mit Schiedsrichter Howard Webb wurde ein Spielleiter aus dem Mutterland des Fußballs auserwählt, eine oder mehrere der 31 Partien bei der UEFA EURO 2008™ zu pfeifen. Die Assistenten des 36 Jahre alten Polizisten aus Rotherham in Yorkshire sind seine Landsmänner Darren Cann und Mike Mullarkey. Howard Melton Webb, so lautet sein vollständiger Name, hat einen markanten Glatzkopf, weswegen er schon mit dem Italiener Pierluigi Collina, der seine Karriere beendet hat, verglichen wurde. Webb hat sich in recht kurzer Zeit einen Namen gemacht, denn er pfeift erst seit 2003 in der Premier League. Stark in den Blickpunkt englischer Fans rückte er, als er am 25. Februar 2007 im Finale um den Carling Cup zwischen Chelsea und Arsenal (2:1) in Cardiff drei Rote und sieben Gelbe Karten zeigte. |
|
![]() Howard Webb ist der Aufsteiger unter den englischen Schiedsrichtern. Er wurde mit elf anderen Unparteiischen aus anderen Ländern von der UEFA für die EM-Endrunde nominiert. (Foto: Firo/Augenklick) |
|
28 Schiedsrichter hat die UEFA in einer Elite-Gruppe zusammengefasst. Für die EM-Endrunde wurden nun zwölf Unparteiische ausgewählt. Aus Deutschland ist Herbert Fandel dabei, der im Mai 2007 das UEFA Champions League Finale zwischen dem AC Mailand und Liverpool (2:1) leitete. Und auch aus den UEFA EURO-Gastgeberländer wurden die besten Schiedsrichter in die „Top Twelve“ berufen: Für Österreich geht Konrad Plautz an den UEFA EM-Start, für die Schweiz ist Massimo Busacca dabei. |
|
Die Schiedsrichter-Kommission der UEFA hat neben den zwölf Schiedsrichtern auch 24 Assistenten berufen. Die Referee-Trios setzen sich aus Schiedsrichtern und Assistenten aus jeweils dem gleichen Land zusammen. Dies ist neu bei der UEFA. Alle Gespanne haben im vergangenen Jahr in den europäischen Vereinswettbewerben ihren Mann gestanden – besonders in der UEFA Champions League. „Leicht war es noch nie, die endgültige Liste von Namen, die bei einem prestigeträchtigen Turnier wie der UEFA Europameisterschaft fungieren sollen, zusammenzustellen“, sagte Angel María Villar Llona (Spanien), der Vorsitzende der Schiedsrichter-Kommission der UEFA. „Dennoch sind diese Offiziellen zurzeit die Besten ihrer Branche und sie haben ihre Chance verdient.“ Zu den zwölf Schiedsrichtern und deren 24 Assistenten kommen noch acht sogenannte „Vierte Offizielle“, die in ihren Ländern in der Regel auch als Schiedsrichter tätig sind und am Spielfeldrand zwischen den Zonen der Trainer und Ersatzspieler zum Einsatz kommen. Die von der UEFA ausgewählten 44 Offiziellen nehmen vom 14. bis 17. April 2008 an einem Vorbereitungsseminar im Mövenpick-Hotel in Regensdorf (Schweiz) teil. Dort unterziehen sie sich umfangreichen Fitnesstests, erhalten spezielle Instruktionen für die UEFA EM-Endrunde und werden umfassend geschult. Zuvor treffen die Schiedsrichter im Februar auf Zypern zusammen. Das Hotel in Regensdorf wird ab dem 3. Juni als Basisquartier für die Schiedsrichter-Teams genutzt. Die Unparteiischen, die ab dem 26. Juni in der entscheidenden Turnierphase eingesetzt werden, ziehen später in das Renaissance Penta Hotel in die österreichische Hauptstadt Wien um. Nicht mehr dabei ist Markus Merk, der vor vier Jahren noch das Endspiel der UEFA EURO 2004™ in Lissabon leitete. Der Deutsche feiert im März seinen 46. Geburtstag und hat damit die Altersgrenze überschritten. In der deutschen Bundesliga darf der Zahnarzt noch bis zum Ende der Saison 2008/09 Spiele leiten. Sein Nachfolger Fandel kommt wie Merk aus dem Bundesland Rheinland-Pfalz. Der Konzertpianist und Leiter einer Musikschule aus der Eifel ist Sprecher der 41 deutschen Schiedsrichter (darunter ist mit Bibiana Steinhaus eine Frau), die Begegnungen der ersten und zweiten Bundesliga leiten. Lange stand Fandel im Schatten des zwei Jahre älteren Merk, der ihm den Einsatz auf der großen internationalen Bühne versperrte. |
|
|
Zuletzt war dies bei der FIFA WM 2006™ der Fall, als Fandel zunächst in das vorläufige Auswahlkader berufen wurde, die FIFA aber schließlich entschied, mit Merk nur einen Deutschen bei der FIFA WM einzusetzen. In den Blickpunkt rückte Fandel im Juni durch einen unschönen Vorfall. Beim UEFA EM-Qualifikationsspiel zwischen Dänemark und Schweden wurde er in der 89. Minute beim Spielstand von 3:3 von einem dänischen Fan attackiert, als er den Dänen Christian Povlsen die Rote Karte zeigen wollte, nachdem er schon auf Foulelfmeter entschieden hatte. Fandel brach die Partie sofort ab. Die UEFA entschied später, das Match mit 3:0 für Schweden zu werten. |
![]() Herbert Fandel vertritt den Deutschen Fußball-Bund bei der UEFA EURO 2008™. Er löst damit Markus Merk als ersten deutschen Schiedsrichter ab. (Foto: Firo/Augenklick) |
|
Neben der Nominierung der zwölf EM-Schiedsrichter gab die UEFA kam zudem bekannt gegeben, dass die Funkverbindung zwischen dem Schiedsrichter und seinen Assistenten, das sich bei großen Spielen in Europa bereits bewährt hat bei der UEFA EURO 2008™ zur Anwendung kommen soll. Das System soll eine schnelle und effiziente Kommunikation zwischen den Unparteiischen ermöglichen. Allerdings wird die technische Hilfe nicht von allen Schiedsrichtern begrüßt. Sie lenke von der Konzentration auf das Spiel ab, lautet ein Kritikpunkt. Auch die Technik scheint noch nicht ganz ausgereift zu sein. Bei Regen erwies sich das System, wie beim UEFA-Pokal-Endspiel 2007 in Glasgow, als unbrauchbar. Die Liste aller Schiedsrichter, Assistenten und vierten Offiziellen, die von der UEFA für die EM-Endrunde nominiert wurden: http://de.uefa.com/competitions/euro/news/kind=1/newsid=639992.html
Die Vierten Offiziellen, die für die UEFA EURO 2008™ nominiert wurden: Ivan Bebek (Kroatien) |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|



