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Durch friedliche Revolution zum eigenen Staat Die Geschichte der tschechischen Republik ist eine Geschichte der Besatzung und des sanften Widerstandes. Im 9. Jahrhundert gründeten Tschechen und Slowaken das Großmährische Reich, das schließlich unter den Einfluss des deutschen Königs geriet. Unter Kaiser Karl IV. wurde Prag zum kulturellen Zentrum des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. 1526 ging die Kaiserkrone an das Haus Habsburg. Die nächsten 300 Jahre herrschte dadurch die österreichisch-ungarische Monarchie auch über das Böhmische Reich. Ein unabhängiger tschechischer Staat war noch in weiter Ferne. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) versuchte das protestantische Bürgertum vergeblich, an Einfluss zu gewinnen. Jegliche tschechischen Autonomiebestrebungen wurden unterdrückt. Erst in den Wirrungen des Ersten Weltkriegs konnten die Tschechen und Slowaken einen eigenen Staat gründen: die Tschechoslowakei. Böhmen und Mähren wurden allerdings im Zweiten Weltkrieg wieder von ihren Nachbarn besetzt, diesmal von deutschen Truppen. Nach Kriegsende wurden die deutschen Besatzer vertrieben und mit ihnen rund drei Millionen Sudetendeutsche. 1948 kam die kommunistische Partei mit Hilfe der Sowjetunion an die Macht der Tschechoslowakei. Nun herrschte das stalinistische Regime. Im Prager Frühling erstickten die Truppen des Warschauer Paktes jegliche Reformbestrebungen. Erst mit der Perestrojka-Bewegung der Sowjetunion wurde die tschechoslowakische Regierung offen für Reformen. Als 1989 in der so genannten "sanften Revolution" Massen auf dem Prager Wentzelplatz demonstrierten, trat die kommunistische Parteiführung zurück. Der friedliche Revolutionär Alexander Dubček wurde Parlamentspräsident und der Schriftsteller Václav Havel Staatspräsident. 1990 fanden die ersten freien Parlamentswahlen statt. Schnell brachen bisher unterdrückte nationale Konflikte zwischen Tschechen und Slowaken auf, die Ende 1992 zu einer endgültigen Trennung führten: Seit 1993 gibt es nun die Tschechische Republik und die Slowakische Republik. Erster Ministerpräsident der Tschechischen Republik wurde Václav Klaus, Staatspräsident wurde Václav Havel. Václav Havel hat vor allem die Einführung des marktwirtschaftlichen Systems vorangetrieben. 1999 trat die Tschechische Republik der Nato bei. Seit 2003 ist der frühere Ministerpräsident Václav Klaus Staatspräsident. Lesen Sie auch: - Kurzportrait Tschechische Republik - Regionen in Tschechien
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