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Zentrales Steuergerät Chassis Controller reduziert Komplexität in Fahrzeugelektronik

06.11.2008 Chassis Controller von Continental kann alle elektronischen Fahrwerks- und Sicherheitssysteme vernetzen und für optimale Unterstützung des Autofahrers in allen Fahrzuständen sorgen.

Frankfurt am Main. Die Division Chassis & Safety des internationalen Automobilzulieferers Continental hat ein neuartiges zentrales Steuergerät entwickelt, das alle Informationen der verschiedensten Assistenz- und Sicherheitssysteme zentral verarbeiten kann. Der Chassis Controller greift dabei über schnelle Datenleitungen nicht nur in Echtzeit auf die verschiedensten Sensoren zu, sondern stimmt die Eingriffe der einzelnen Aktuatoren aufeinander ab. Er ist somit neben einer Rechen- auch eine Sensorplattform, die die in den verschiedenen Einzelregeln vorhandenen Sensoren an einem Ort zusammenfasst und integriert. Unter der Bezeichnung Global Chassis Control (GCC steht für die Vernetzung der zunehmenden elektronischen Fahrwerkregelsysteme), erhöht diese Funktion sowohl Fahrkomfort als auch Sicherheit. „Wie der Dirigent in einem Orchester sorgt der Controller dafür, dass aus vielen Einzelspielern ein harmonisches Ganzes wird. Durch die zentrale Koordination harmonisieren zum Beispiel simultane Eingriffe in die Lenkung, die Bremse und die Dämpfung optimal miteinander. Dieser Integrationsansatz zeichnet sich durch schmale Schnittstellen aus, was die Systemsicherheit erhöht. Durch dieses Netzwerk ist das Gesamtsystem noch leistungsfähiger und sicherer im Vergleich zum Koexistenzansatz von vernetzten einzelnen Systemen, die unabhängig voneinander arbeiten würden“, sagt Dr. Peter Laier, Leiter der Business Unit Chassis Components bei Chassis & Safety.

Vorteile des Chassis Controllers – Software Standardisierung und schnelle Datenkommunikation

Der Chassis Controller besticht durch einen klaren Vorteil: Durch Reduktion der Anzahl der Sensoren verringert sich auch die Komplexität der Fahrzeugelektronik. Bislang autonom arbeitende Systeme können vernetzt werden. „Die Leistungsfähigkeit des vom Chassis Controller gesteuerten Netzes ist höher als die Summe aller einzelnen Komponenten“, betonte Dr. Laier.

Der Chassis Controller besticht durch einen klaren Vorteil: Durch Reduktion der Anzahl der Sensoren verringert sich auch die Komplexität der Fahrzeugelektronik.
Informationen der Bordkameras oder der Navigation über den weiteren Straßenverlauf können herangezogen werden, die Fahrwerksabstimmung frühzeitig zu optimieren, die Hinterachslenkung zu aktivieren und durch einen leichten Eingriff ins Motormanagement dafür zu sorgen, dass eine enge Kurve nicht zur Unfallgefahr wird. Der Chassis Controller erreicht in seiner Koordinatorrolle, dass sich die einzelnen Assistenz- und Sicherheitssysteme in ihrer Wirkung verstärken und nicht gegeneinander arbeiten– so muss bei einer engen Kurve das ESC weit weniger stark eingreifen, was zu einem insgesamt deutlich harmonischeren Fahren führt.

Um die Daten zuverlässig und schnell zu verarbeiten, setzt Continental auf eine Software nach Autosar Standard. Diese bietet eine geeignete Plattform zur Integration verschiedener Applikationen und OEM Brand Software. Die Kommunikation zwischen Chassis Controller und den einzelnen Sensoren und Systemen im Fahrzeug umfasst unter anderem auch den im Automobilbau neuen Datenbus-Standard FlexRay®.

Großer Schritt bei der Realisierung von ContiGuard®

In einem modernen Auto sind, je nach Ausstattung, bis zu einem halben Dutzend oder mehr einzelne Steuergeräte für Assistenz- und Komfortsysteme verbaut. Sie regeln das Elektronische Stabilitätsprogramm ESC, passen Dämpfer und Federn an die jeweilige Fahrsituation oder den Straßenzustand an. Sie regulieren die elektrisch unterstützte Lenkung oder reagieren auf die Signale von Radar- oder Kamerasensoren, die beim Ausscheren oder vor dem unbeabsichtigten Verlassen der Fahrbahn warnen. Auch Telematikdaten können zur Erhöhung der Verkehrssicherheit beitragen. Dabei werden im Zuge der kommenden "Car-to-Car-Communication" Gefahrsituationen wie eine Stauende-Warnung von Fahrzeug zu Fahrzeug übertragen. Auch die Auswertung der Navigationsdaten unter Verwendung der digitalen Straßenkarte gibt Aufschluss über gefährliche Straßenverläufe. Der neue Chassis Controller kann die Komplexität der einzelnen Steuergeräte reduzieren, da integrierte Sensoren im Chassis Controller gleichzeitig von verschiedenen Regelsystemen genutzt und damit Rechenkapazität eingespart werden kann.

Ein Beispiel dafür ist der zentrale Fahrzeug-Zustands-Beobachter, der die umfassenden Informationen innerhalb des Chassis Controllers auswertet. Aufgrund der hohen Informations- bzw. Datendichte im Chassis Controller kann die Software in Sekundenbruchteilen entscheiden, ob eine Gefahrenmeldung auch plausibel ist. Widersprüchliche Informationen zum Fahrzeugzustand werden umgehend erkannt, wodurch entsprechend schnelle Eingriffe der Regelsysteme ein Höchstmaß an Sicherheit erzeugen. Der Chassis Controller ist damit ein wichtiger Baustein für das von Continental entwickelte Sicherheitskonzept ContiGuard® und ein weiterer Schritt auf dem Weg zur „Vision Zero“. Vision Zero ist ein Verkehrsgeschehen, in dem der Mensch so gut abgesichert ist, dass keine Verkehrstoten oder Schwerverletzten mehr zu beklagen sind.

Sicherheitstechnik ist marktreif

Die Basis-Technologie des Chassis Controllers wird bei einem deutschen Automobilhersteller schon in einzelnen Modellen eingesetzt. In Zukunft wird durch innovative Technologien die Leistungsfähigkeit des Chassis Controllers bei kompakterer Bauweise weiter erhöht, um weitere Funktionalitäten von ContiGuard® zu realisieren.

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Pressemitteilung (MS-Word, 60 KB)

Pressebild zum Thema "Vernetzung aller Sicherheitssysteme" im Continental Media Center.

Kontakt:
Nicole Geißler
External Communications
Continental
Division Chassis & Safety
Guerickestraße 7
60488 Frankfurt am Main
Tel. +49 69 7603-8492
Fax: +49 69 7603-3945
E-Mail: nicole.geissler@continental-corporation.com