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Kostengünstige Fahrzeuge im Fokus

09.09.2009 Automotive Group entwickelt globale Lösungen für den weltweit schnell wachsenden Markt der „Affordable Cars“. Kleinere und preiswerte Autos sind nicht nur in Asien und Lateinamerika gefragt, sondern auch in den etablierten Industrieländern

Frankfurt am Main/Regensburg. Der weltweite Automobilmarkt verändert sich rasant: Innerhalb der nächsten sechs Jahre wird der Anteil preisgünstiger Fahrzeuge auf rund 20 Prozent der Produktion steigen. Die Antwort der Automotive Group des internationalen Automobilzulieferers Continental ist ein umfassendes, skalierbares Produktportfolio für diesen wachsenden Markt von Klein- und Kompaktfahrzeugen. Continental entwickelt und produziert Komponenten und Systeme, die hohe Qualität und Sicherheit zu möglichst niedrigen Preisen sicherstellen. „Kostengünstige Fahrzeuge sind keine Autos von minderer Qualität, die mit einfachsten Komponenten ausgestattet sind, sondern schlichtweg Fahrzeuge, die sich die Kunden leisten können. Sie sind minimalistisch und marktspezifisch mit Funktionen ausgestattet, die auf neuesten Technologien basieren. Sie sind auf den Kunden und seine regionalen Bedürfnisse zugeschnitten“, sagte Helmut Matschi, Leiter der Continental Division Interior und Mitglied des Vorstands der Continental AG. „Dieses Thema ist nicht nur relevant für China oder Indien, es ist bereits auch für Hersteller und Lieferanten in den USA und Europa von höchster Bedeutung“, ergänzte er.

Affordable Cars: Ein Begriff mit unterschiedlichen Definitionen

Was ist kostengünstig oder „affordable“, wie der Begriff sich auf Englisch in der Automobilindustrie etabliert hat? Wohlstandsgefälle und Motorisierungsgrad bedingen unterschiedliche Definitionen des Begriffs Affordable Car. Während in Indien ein solches Fahrzeug dem Endverbraucher schon für umgerechnet knapp 2.000 Euro angeboten wird, liegt die untere Preisgrenze in China oder in Osteuropa rund doppelt so hoch. Für Westeuropa und Japan gilt bei klassischer Auslegung aufgrund der höheren Anforderungen ein Preislimit von 10.000 Euro – für Continental steht der Begriff auch für Fahrzeuge der Kleinwagen- und Kompaktklasse, bis 18.000 Euro. In Japan etwa ist jedes dritte neu zugelassene Auto inzwischen ein „Kei-Car“. Diese steuerbegünstigten Kleinstwagen werden überwiegend als Zweitwagen oder von Autokäufern mit knappem verfügbaren Einkommen gefahren – als „affordable“ gilt ein Kei-Car bei einem Preis von weniger als 1,5 Millionen Yen, das sind rund 11.000 Euro.

Herausforderung für Entwicklungsingenieure: Low Cost ist High-Tech

Das kostengünstige Auto verlangt höchst effiziente Technik, die auf den Kunden und die regionalen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Wer den Markt anführen will, muss Produkte und die Produktionsprozesse anpassen. Continental entwickelt nicht nur kostenoptimierte Produkte, sondern auch die dafür notwendigen innovativen Systemlösungen. Um diese umzusetzen, ist eine Symbiose aller Ingenieure notwendig, bei der lokales Denken mit der vorhandenen, fundierten Erfahrung und Know-how aus den entwickelten Märkten neu verknüpft wird. „Dabei wird die Vernetzung und der Know-how-Austausch der Entwicklungsingenieure in den einzelnen Regionen in Zukunft eine ganz entscheidende Rolle spielen“, sagte Dr. Ralf Cramer, Leiter der Continental Division Chassis & Safety und Mitglied des Vorstands der Continental AG. „Dazu gehört sowohl die Nutzung der Ingenieurskapazitäten in den Regionen, wie auch die Lokalisierung der kompletten Wertschöpfungskette: lokales Marketing, Entwicklung, kostengünstiger Einkauf bei lokalen Lieferanten und Produktion mit einem geringeren Automatisierungsgrad sind von wesentlicher Bedeutung.“

Auch in Europa muss ein Umdenken bei Produktdefinition und -entwicklung stattfinden. Es geht um kürzere Entwicklungszyklen und die Fähigkeit, den Markt mit qualitativ hochwertigen Produkten und großen Stückzahlen beliefern zu können. Dabei wird für Continental der „Bottom-Up“- Ansatz an Bedeutung gewinnen. So beim Body Controller (Zentralsteuergerät), der den Namen Basic Function Controller bekommen hat und das Herzstück einer intelligenten Elektronikarchitektur für den weltweiten Markt ist. Er wurde völlig neu und von Grund auf anders entwickelt als seine klassischen Brüder in Europa. Alle Anforderungen an das Gerät, die nicht direkt mit einer für den Kunden unmittelbar erkennbaren Funktion in Verbindung stehen, wurden auf ihre Notwendigkeit überprüft und konsequent vermieden.

Globale Sicherheit vorantreiben: Keine Kompromisse bei Qualität und Sicherheit

Mit SPEED (Safety Platform for Efficient & Economical Design) hat die Division Chassis & Safety ein Airbagsteuergerät entwickelt, das modular aufgebaut ist. Mit dem mehrstufigen Konzept lassen sich die Anforderungen aller Märkte weltweit erfüllen und auch Modelle der Einstiegskategorie mit einem leistungsfähigen Airbagsystem ausstatten. Das Kunststoff-gehäuse, bestehend aus metallischer Grundplatte und Kunststoffdeckel, in dem die Airbag Control Unit (Airbagsteuergerät) untergebracht ist, kann flexibel mit Steckervarianten belegt werden. Dies ermöglicht eine problemlose Anpassung der Elektronik an das Fahrzeug, dabei kann weitgehend auf identische Technik, genormte Schnittstellen und in hoher Stückzahl produzierte Komponenten zurückgegriffen werden. Die Basisvariante SPEED S, die kostengünstigen Kleinwagenmodellen zum Einsatz kommt, ist darauf ausgelegt, Frontairbags zu steuern, die Kontrolle der Seitenairbags kann aber optional dazu installiert werden. Bis zu 12 Komponenten wie Airbags oder Gurtstraffer kann das S-Modul steuern, in den Ausbaustufen M und L sind es bis zu 30 Komponenten.

Kleiner, leichter – und trotzdem preisgünstiger. Diese Anforderungen galt es bei der Entwicklung eines neuen ABS für die Wachstumsmärkte zu erfüllen. Geringere Fahrzeugabmessungen, weniger Bauraum machten diese Verkleinerungen notwendig. Niedrigere Motorleistungen und Fahrzeuggewichte ermöglichen kleinere Dimensionen des ABS. Auf Basis der MK 70 entsteht die MK 100®, die deutlich kleiner und leichter wird.

Auch Käufer preisgünstiger Kompakt- oder Kleinwagen sollen in den Genuss von Fahrerassistenzsystemen kommen, die zu mehr Verkehrssicherheit führen. So wird die durch die Einführung eines Mittelbereichs-Radars vorausschauende Sicherheit in alle Fahrzeugklassen möglich machen. Der Sensor überwacht den vorausfahrenden Verkehr bis zu 150 Metern und warnt vor Auffahrunfällen.

Lösungen für Herausforderungen durch schärfere Umweltgesetzgebung schaffen

Wenn es um die Anforderungen der Gesetzgeber an Abgasvorschriften geht, schrumpft der Abstand zwischen den westlichen Industrieländern und den Emerging Markets. In China zum Beispiel ist heute bereits in den Mega-Cities die Euro-4-Norm Standard – so wie auch in zehn indischen Metropolen. Niedrige Emissionswerte lassen sich nur durch modernes Motormanagement und Einspritzsysteme erreichen.

Neben der innovativen 32-bit-Motorsteuerung Easy-U, die flexibel in die Fahrzeugarchitektur eingepasst werden kann, gehören zum Gesamtpaket der Continental Division Powertrain Einspritzinjektoren, Luftmengen- und Temperatur-Sensoren, Ansaugluftregulierung oder die Sensoren für Kurbel- und Nockenwelle. Entwickelt wurde Easy-U in Frankreich und China, die Komponentenfertigung erfolgt im chinesischen Changchun. Dort ist auch die Serienproduktion eines neuen Getriebesteuermoduls angesiedelt, das unter der Bezeichnung EAST-Platform firmiert. Dabei handelt es sich um einen schnellen 32-Bit-Controller in einem kompakten Gehäuse, der stufenlose CVT-Getriebe (Continously Variable Transmission), AMT-Getriebe (Automated Manual Transmission),  Doppelkupplungsgetriebe (DCT, Double Clutch Transmission) sowie herkömmliche Automatikgetriebe steuern und überwachen kann.

Das automatische Abschalten des Motors im Stand über Stop-Start-Systeme ist gerade in den Mega-Cities in den Bestrebungen zur Emissionsreduzierung wichtig. An Steuer-Elektroniken in einfachen Ausführungen arbeitet die Continental Division Interior.

Auch die Hybrid- und Elektroantriebstechnologie gewinnt an Bedeutung. Continental als Anbieter der kompletten Hybrid-Technologie von Lithium-Ionen-Energiespeichern bis hin zur Leistungselektronik ist an dieser Marktentwicklung maßgeblich beteiligt. Derzeit laufen in China mehrere Serienaufträge für die Produktion von Mild-Hybrid-Antrieben. Eine bedeutende Rolle werden Autos mit reinem Elektroantrieb haben, die vor allem in den Ballungsgebieten zum Einsatz kommen sollen und zunehmend nachgefragt werden.

Kosteneffizienz durch Plattformstrategie bieten

Die Division Interior bietet bereits heute zahlreiche Standardprodukte für Fahrzeuge der unteren und auch untersten Preiskategorie an, zum Beispiel Wegfahrsperren, Funkschlüssel, Einparkhilfesysteme, Klimabedieneinheiten, Radios oder – sehr erfolgreich – Kombiinstrumente. Viele moderne Technologien, die früher nur an Fahrzeuge der Oberklasse geliefert wurden, sind bereits in den „Affordable Cars“ zu finden: Etwa die drahtlose Datenvermittlung via Bluetooth, einfache Navigation in Verbindung mit vernetzten Radios und schlüssellose Zugangs- und Kontrollsysteme. Möglichkeiten zur Kostenreduktion bieten Produktlösungen, bei denen Funktionen aus unterschiedlichen Bereichen in einem einzelnen System zusammengefasst werden. So senkt eine Kombination aus Radio und Klimasteuerung nicht nur die Kosten für das System, sondern auch für die Montage. Eine Kombination aus Karosseriesteuergerät und Kombiinstrument zeigt alle fahrrelevanten Informationen wie Geschwindigkeit, Tankfüllung oder Temperatur wie gewohnt an.

Mit dem Basic Function Controller verfolgt die Division Interior eine Plattformstrategie, die sehr kosteneffizient ist, aber größtmögliche Flexibilität bietet. Die zentrale Steuerelektronik wird nicht an jeden einzelnen Fahrzeugtypen angepasst, sondern in Modulen angeboten. So umfasst das Basismodul Grundfunktionen wie die Steuerung von Abblend- und Fernlicht, Zentralverriegelung, Tagfahrlicht, Scheibenwischer oder Heckscheibenheizung. In einem Optionspaket kann der Automobilhersteller Funktionen wie die Steuerung der Funkfernbedienung dazunehmen. Die höchste Stufe des Konzepts bietet eine Vielzahl an Komfortfunktionen, angefangen von Fensterhebern vorne bis zur Tempomatsteuerung. Vorteil: Gehäuse und Hardware können gleichbleibend in großen Stückzahlen gebaut werden, die ausgereifte Software muss nicht an jedes einzelne Modell angepasst werden.

Der erfolgreiche Basic Function Controller (BFC) ist Basis eines erweiterten Controller-Portfolios: Benötigt der Kunde eine noch leistungsfähigere Hardware für die Steuerung der verschiedenen Karosseriesysteme, kann er mit einem zweiten BFC ein dezentrales Netzwerk realisieren. Diese Lösung überzeugt durch ihre sofortige Verfügbarkeit bewährter Technik, geringe Stückkosten dank hoher Stückzahlen und ein kostenoptimiertes Bordnetz.

Noch größerer Funktions- und Leistungsumfang lässt sich mit dem Advanced Function Controller umsetzen, der über einen 32-Bit-Prozessor verfügt.

Kostengünstige Fahrzeuge: Garantie für weltweite Mobilität

Kostengünstige Autos gewinnen weltweit immer mehr an Bedeutung: Als Einstieg in die motorisierte Fortbewegung in Schwellenländern, als preisgünstige und sparsame Zweitwagen in Industrieländern oder als platzsparende Fahrzeuge in den Großstadtregionen. Der globale Fahrzeugbestand wird in den kommenden Jahren auf weit mehr als 942 Millionen Autos anwachsen, darunter ein großer Anteil kostengünstiger Fahrzeuge. In diesem Klein- und Kompaktwagensegment gelten exakt die gleichen Anforderungen wie im Premium-Segment: sicheres Fahren, Fokus auf Unfallvermeidung und Schutz bei Unfällen, niedriger Verbrauch, klare Informationen über den Fahrzeugzustand und einfache, komfortable Bedienung garantieren. Mit ihrem globalen Entwicklungs- und Produktionsnetzwerk macht die Continental Automotive Group diese Technologie den Menschen weltweit zugänglich.

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Kontakt:
Nicole Geißler
Externe Kommunikation
Continental
Division Chassis & Safety
Guerickestraße 7
60488 Frankfurt am Main
Tel.:   +49 69 7603-8492
Fax:   +49 69 7603-3945
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Simone Geldhäuser
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Enno Pflug

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Division Interior
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Fax: +49 6196 8779-2515
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