Continental sorgt mit Fahrerassistenzsystemen auch in Lastwagen für mehr Sicherheit
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23.09.2008 Abstandswarner, Spurhalteassistent und Radarblick in den toten Winkel: Continental zeigt neue Sicherheitstechnik und erfüllt bereits jetzt die voraussichtlich ab 2013 geltenden gesetzlichen Anforderungen. Hannover/Frankfurt. Assistenzsysteme, die den Fahrer unterstützen und somit die Unfallgefahr erheblich senken, halten in naher Zukunft verstärkt Einzug in Nutzfahrzeuge. Die Division Chassis & Safety des internationalen Automobilzulieferers Continental stellt auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover neue Sicherheitstechnologien vor, die zum Beispiel den toten Winkel auf der rechten Fahrzeugseite überwachen und vor Kollisionen warnen. Diese Technik wird erstmals in diesem Jahr serienmäßig in einem Truck des schwedischen Herstellers Volvo eingesetzt. Auch auf kommende, bereits angekündigte Vorschriften des Gesetzgebers, die solche Systeme ab 2013 für schwere Nutzfahrzeuge vorschreiben wollen, ist Continental vorbereitet und bietet Systeme zur Überwachung des Verkehrsraums vor dem Lastwagen an, um Auffahrunfälle zu verhindern. Weiterhin sind Spurhalteassistenten, die das Abkommen des Fahrzeugs von der Fahrbahn verhindern können, im Continental-Produktportfolio. Allein in Deutschland ist rund jeder vierte der insgesamt 5.000 Verkehrstoten jährlich bei einem Unfall mit Nutzfahrzeugen zu beklagen.
Schnell auffahrende Fahrzeuge an Autobahneinfahrten, dichter Verkehr auf mehrspurigen Straßen: Vor allem rechts hinter Lastwagen lauert Kollisionsgefahr, denn die Fahrer können diesen Verkehrsraum kaum überblicken. Zwar ist seit 2006 ein vierter Spiegel zum Blick in diesen toten Winkel vorgeschrieben, aber speziell bei höheren Geschwindigkeiten helfen die Spiegel dem Fahrer nur bedingt weiter. Das von Continental entwickelte System zur Blind Spot Detection (BSD), also zur Überwachung des toten Winkels, wird erstmals in diesem Jahr in einem neu vorgestellten Modell von Volvo eingesetzt. Das Gerät wird auf der rechten Fahrzeugseite in Höhe des Führerhauses installiert, Radarsensor und Steuereinheit sind platzsparend in einem Gehäuse untergebracht, die Daten werden über den CAN-Bus mit dem Fahrzeug ausgetauscht. Spurwechselassistenten werden schon einige Zeit in Pkw angeboten. Allerdings stellt der Einsatz im Lkw besondere Herausforderungen an die Auswertung der Signale: So muss das System in Rechtskurven zuverlässig erkennen, ob es sich bei einem detektierten Gegenstand tatsächlich um ein fremdes Fahrzeug auf der rechten Spur handelt – oder den eigenen Anhänger, damit es nicht zu überflüssigen falschen Alarmmeldungen kommt. Lane Departure Warning: Kamera überwacht das Einhalten der Fahrspur Stundenlanges monotones Fahren und daraus resultierende Müdigkeit, Ablenkung des Fahrers durch Telefonate oder einen Imbiss hinterm Lenkrad: Eine der häufigsten Unfallursachen bei Lastwagen ist das Abkommen von der Fahrbahn – mit besonders schlimmen Folgen, wenn der schwere Truck in den Gegenverkehr gerät. Solche Unfälle kann das Lane Departure Warning System (LDW) verhindern helfen. Der Spurhalteassistent arbeitet mit einer Kamera, die an der Fahrzeugfront in Höhe des Armaturenbretts oder unter dem Dach montiert wird und die Straße vor dem Fahrzeug überwacht. Die digitalen Bilder werden in einer separaten Steuereinheit ausgewertet. Anhand der Straßenbegrenzungen, Mittel- und Seitenlinien, erkennt das System, wenn das Fahrzeug unbeabsichtigt die Spur verlässt, und warnt den Fahrer. Hatte dieser gerade den Blinker gesetzt, um zum Beispiel zu überholen, unterbleibt die Warnung. „Unser System, eine Weiterentwicklung des heute im Volvo Truck in Serie befindlichen Lane Departure Warnings, das im Jahr 2009 bei einem namhaften Truck-Hersteller in Serie gehen wird, erfüllt schon heute alle technischen Vorschriften, die voraussichtlich ab 2013 europaweit gelten werden“, betont Drechsler. Die Kamera macht darüber hinaus in Zukunft weitere Sicherheitsfeatures möglich: Im Lichtassistenten überwacht sie den vorausfahrenden und den entgegenkommenden Verkehr, so dass automatisch immer mit optimalem Fahr- und Fernlicht gefahren werden kann, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu blenden. Eine Verkehrszeichenerkennung erinnert den Fahrer an Höchstgeschwindigkeiten oder Überholverbote, eine allgemeine Objekterkennung kann Entfernungsmesssysteme wie Radar oder Lidar für den ebenfalls voraussichtlich in 2013 vorgeschriebenen Notbremsassistenten beim frühzeitigen Erkennen von stehenden Fahrzeugen, Personen oder Hindernissen auf der Fahrbahn unterstützen. ASR 300: Radarsensor der neuesten Generation für Notbremsassistenz Um Auffahrunfälle zu vermeiden, die heute nahezu die Hälfte des Unfallgeschehens im Lkw-Verkehr ausmachen, schreibt der Gesetzgeber künftig ein vorausschauendes Notbremssystem vor. Mit seinem Radarsensor der dritten Generation verfügt Continental über die komplette Sensorik und Umfelderkennung, die Basis für diese Sicherheitstechnologie. Das Radargerät, das im 77-Gigahertz-Bereich sendet, überwacht den Verkehrsbereich in einem Winkel von 56 Grad unmittelbar vor dem Lastwagen bis zu einer Entfernung von rund 60 Metern. Im Fernbereich wird eine Entfernung bis 200 Meter mit einem Öffnungswinkel von Studie: Unfallzahlen ließen sich durch Assistenzsysteme deutlich senken Der Blick in die Unfallstatistik zeigt: Rund jeder vierte der insgesamt etwa 5.000 Verkehrstoten in Deutschland jedes Jahr ist bei einem Unfall unter
47 Prozent aller Crashs mit schweren Lastwagen sind Auffahrunfälle, ein weiterer gewichtiger Unfallgrund ist Abkommen von der Fahrbahn, etwa durch Übermüdung oder Ablenkung des Fahrers. In einer Studie im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts "Safe Truck" kam das Allianz-Zentrum für Forschung und Technik (AZT) zu dem Ergebnis, dass 24 Prozent aller schweren Lkw-Auffahrunfälle vermieden werden könnten, wenn alle Lastwagen mit einem abstandsgeregelten Tempomaten (ACC) ausgestattet wären. Auf der Autobahn wäre der Sicherheitsgewinn sogar erheblich höher, denn dort könnte ACC die Zahl der Lkw-Auffahrunfälle um rund 70 Prozent reduzieren. Ähnlich positive Zahlen sieht die Studie auch beim Einsatz von Spurhalteassistenten (Lane Departure Warning); 49 Prozent der Unfälle durch unfreiwilliges Verlassen der Fahrbahn ließen sich durch die Technik vermeiden. EU schreibt ab 2013 neue Sicherheitssysteme vor. Die Europäische Union hat im Mai 2008 eine Gesetzesinitiative gestartet, die ab 2013 verschärfte Sicherheitstechnologien vorsieht. Schwere Nutzfahrzeuge müssen dann mit einem vorausschauenden Notbremssystem und einem Spurhaltesystem ausgestattet sein. Der Europäische Rat muss den Vorschlägen, die eine deutliche Senkung der Unfallzahlen zum Ziel haben, noch zustimmen. Die von Continental vorgestellten Systeme erfüllen bereits jetzt die voraussichtlich ab 2013 geltenden gesetzlichen Anforderungen. Bislang ist nur knapp jeder zwanzigste Lastwagen in Deutschland mit einem Fahrerassistenzsystem ausgerüstet; vor allem Kostengründe werden als Grund bei der Entscheidung gegen die Sicherheitstechnik genannt. |
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