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Dr. Ralf Cramer „Continental ist weltweit führend beim Thema Fahrsicherheit und Fahrdynamik" Seit wann sind Sie bei Continental beschäftigt? Seit 1996 Wie sind Sie ins Unternehmen gekommen? Nachdem ich sechs Jahre für die Fraunhofer Gesellschaft tätig war, habe ich nach meiner Promotion ein Angebot von Continental (ehemals ITT Teves) erhalten – und gerne angenommen. Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus? Gibt es den überhaupt? Eine Karriere lässt sich nur bedingt planen, für einen einzelnen Arbeitstag gilt das ebenso. Dazu sind Themen und Aufgaben zu vielfältig. Dennoch habe ich natürlich eine gewisse Tagesstruktur. In der Regel bearbeite ich morgens zuerst meine Mails und führe erste Telefonate. Im Anschluss beginnen Meetings mit Kunden, Mitarbeitern, Kollegen und Lieferanten. Wichtig ist für mich, verantwortungsbewusst zu handeln und zu führen. Verantwortung übernehme ich selbst, und ich übertrage sie auch Menschen, denen ich vertraue. Dann muss diese Verantwortung aber auch wahrgenommen werden. Es sollten Ziele geplant, Ergebnisse abgeliefert werden. Der augenblickliche Schwerpunkt meiner Tätigkeit: Wir wollen als Unternehmen substanziell und stabil die kritische Situation der Automobilindustrie überwinden, um dann an das nächste Wachstum zu denken, an neue Herausforderungen in neuen Märkten, hoffentlich schon in 2010. Wir müssen jetzt die notwendigen Kosteneinsparungen stemmen, und den Spagat hinbekommen, an tollen Entwicklungen festzuhalten, die sich aber voraussichtlich erst in einigen Jahren als Erfolg abzeichnen. Hier müssen wir unternehmerisch und mit Weitblick handeln. Warum sollte man sich für Continental als Arbeitgeber entscheiden? Continental ist weltweit einer der größten Zulieferer der Automobilindustrie. Bei uns kann man seine Ideen in spannende Themen und Innovationen in einem global vernetzten Verbund von Ingenieuren, Produktionsstandorten, Entwicklungszentren und Vertriebsexperten aktiv einbringen. Continental bietet zudem mit seinen sechs Divisionen ein sehr breites Feld an unterschiedlichen Technologien und Industriebereichen. Wenn sich jemand für sichere, nachhaltige und intelligente Mobilität einsetzen und deren Zukunft mitgestalten möchte, findet er bei Continental grenzenlose Möglichkeiten. Mich fasziniert immer wieder auf's Neue die Kreativität, das technologische Know-how, die Begeisterungsfähigkeit und der hohe Einsatzwille unserer Mitarbeiter und Teams. Ich darf für meine eigene Division Chassis & Safety hinzufügen: wir sind in Punkto Fahrsicherheit und Fahrdynamik wirklich führend. Hier ist die Kundennähe zu technologiestarken Partnern der Automobilindustrie besonders für Ingenieure überaus spannend. Die völlig globale Aufstellung ist ein zusätzliches Plus. In Asien, z.B. sind wir auf den dortigen Wachstumsmärkten ebenso aktiv wie wir die großen Automobilhersteller in Europa und Nordamerika auf ihrem Technologieweg begleiten. Haben Sie eine zeitlang im Ausland verbracht? Für wie wichtig erachten Sie derartige Erfahrungen? Auslandserfahrungen erweitern den Horizont und sind heute für eine Karriere bei Continental unabdingbar. Wir fördern gezielt Mitarbeiter, die eine derartige Herausforderung annehmen wollen. Ich habe selbst lediglich drei Monate am Stück im Ausland verbracht. Im Rückblick bedauere ich, dass sich das in meiner Karriere nicht anders ergeben hat. Zumindest bin ich heute permanent durch unsere globale Aufstellung in Asien, Amerika und Europa unterwegs. Die offizielle Unternehmenssprache von Continental ist übrigens Englisch! Wie schaffen Sie den Spagat zwischen Arbeit, Freizeit und Familie? Mein Job ist sehr zeitintensiv. Ich fange morgens um halb acht an und höre eigentlich selten vor acht Uhr abends auf zu arbeiten. Da bleibt in der Woche nicht viel Zeit für private Dinge. Ich achte aber darauf, dass ich die meisten Wochenenden möglichst zur freien Verfügung habe. Denn: Auszeiten sind sehr wichtig. Wie verbringen Sie Ihre Freizeit? Natürlich mit meiner Familie. Ansonsten versuche ich durch Sport einen Ausgleich herzustellen. Und: ich mache mit meiner Familie gerne etwas ganz Anderes, zum Beispiel Städte ansehen. Vier Tage Istanbul. Eine ganz andere Welt, andere Menschen, andere Kulturen und das gar nicht so weit weg, das liebe ich. Wie stellen Sie sich Ihre berufliche Zukunft bei Continental vor? Nun ja, als Vorstandsmitglied der Continental AG und Leiter der Division Chassis & Safety bin ich eigentlich sehr zufrieden! Ich habe die Verantwortung für ein globales, riesiges Netzwerk von motivierten und fähigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das ist großartig und macht mich stolz auf das, was wir bei Continental jeden Tag neu zusammen erreichen. Wir arbeiten gemeinsam an innovativen Produkten und setzen immer wieder neue Akzente in der Automobilindustrie. Continental war nun im zweiten Jahr einer der Hauptsponsoren der Formula Student Germany (FSG). Wie hat Ihnen die Veranstaltung gefallen? Ich war sehr begeistert von dem Event und unterstütze die Teilnahme auch im kommenden Jahr. Die Studenten haben eine beeindruckende Leistung erbracht und Continental hat die Chance genutzt, sich gut darzustellen. Was ist die Motivation des Unternehmens die Formula Student Germany zu unterstützen? Wir möchten die Ingenieure von morgen bei ihrem Engagement unterstützen und uns natürlich auch als attraktiven Arbeitgeber präsentieren. Ich denke, dass uns dieses Jahr beides sehr gut gelungen ist und bin mir daher sicher, dass ein Großteil der Studierenden - an ihren Universitäten - positiv über unser Engagement reden wird. Was glauben Sie: Wirkt sich die Teilnahme an der Formula Student positiv auf die Jobchancen der Studenten aus? Die Teilnahme an der Formula Student ist definitiv ein dicker Pluspunkt im Lebenslauf. Die Studierenden lernen speziell das Arbeiten im Team – eine Erfahrung, die im späteren Berufsleben von unschätzbarem Vorteil ist. Und sie zeigen, dass sie sich für eine Sache wirklich begeistern, dass sie wirklich brennen können. Welche Fähigkeiten erlernen die Nachwuchsingenieure bei der Formula Student Germany? Ein Formula Student Team besteht aus vielen unterschiedlichen Charakteren. Jeder ist für seinen Bereich verantwortlich. Miteinander auskommen und gemeinsam an einem Ziel zu arbeiten sehe ich daher als sehr wichtigen Lerneffekt. Zudem existiert ein großer Bezug zur Realität. Die Studierenden lernen bspw. mit Geld umzugehen. Sie müssen Materialien einkaufen, Sponsoren suchen und überzeugen. Im Prinzip funktioniert ein Formula Student Team wie ein Konzern – nur eben im Kleinen. Speziell die internkulturellen Kompetenzen werden durch die FSG geschult. Wie wichtig sind derartige Fähigkeiten für die Arbeit bei Continental? Wir sind ein internationaler Konzern mit Standorten in 35 Ländern. Da sind interkulturelle Fähigkeiten zwangsläufig von zentraler Bedeutung. Engagierte FSG Studenten arbeiten teilweise 40 Stunden pro Woche an ihren Boliden – was teilweise auf Kosten der universitären Ausbildung geht. Legen Sie größeren Wert auf derartige praktische Erfahrungen oder sollten Studenten eher schnell ihren Abschluss erlangen und die Praxis im Unternehmen erlernen? Das kann man nicht pauschalisieren. Ich persönlich halte die in der FSG gesammelten Erfahrungen für sehr wichtig. Dennoch würde ich mein Studium nur maximal um zwei Semester verlängern. Es ist wie überall im Leben: Die richtige Mischung macht’s. Mal ehrlich: Reizt es Sie einmal einige Runden mit einem FS Boliden zu drehen? Auf jeden Fall und sofort! Sie finden mich in Frankfurt.
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