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CSR Report

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„Grüne“ Reifen zeigen mehr Leistung mit
weniger Chemie

Hannover, März 2010 – Wenn es in der Continental-„Gummiküche“ brodelt, geht es rund. Denn hier werden aus komplexen Rezepten Hightech-Reifen sowohl für Pkw als auch für Lkw gefertigt. Dabei besteht ein Reifen aus mindestens 15 geheimen Gummimischungen. Ziel der modernen Reifenproduktion bei Europas führendem Pkw-Reifenhersteller ist unter anderem, möglichst auf fossile Rohstoffe zu verzichten und Naturkautschuk sowie Recyclingmaterialien zu nutzen. Bereits seit mehr als zehn Jahren werden bei Continental sowohl Natur- als auch wiederaufgearbeitete Öle benutzt. Dr. Boris Mergell, Leiter der Material- und Prozessentwicklung Pkw- und Lkw-Reifen bei Continental, verrät mit Blick auf die Zukunft: „Wir entwickeln gerade einen Reifenprototypen, bei dem wir auf mehr als 90 Prozent der fossilen Rohstoffe verzichten.“ Allerdings ist eins für Mergell sicher: Auch bei diesem neuen „grünen“ Reifen bleibt die Reifenfarbe schwarz.


Pkw-Reifen bestehen zu zwei Dritteln aus Kautschuken. Ein guter Teil davon gehört zu den nachwachsenden Rohstoffen und wird aus dem mittelamerikanischen Gummibaum gewonnen, der aber auch in Asien zur Naturkautschukgewinnung angebaut wird. Bei Lkw-Reifen beträgt Naturkautschuk vom Gesamt-Kautschukanteil sogar bis zu 80 Prozent.
Zu den größten Anbietern von Naturkautschuk gehören Thailand, Indonesien und Malaysia. Hier wachsen die etwa 20 bis 40 Meter hohen Gummibäume mit einem Stammumfang von rund 35 Zentimetern. Zur Gewinnung des Naturkautschuks werden die Bäume im Alter von fünf bis sechs Jahren mit einem speziellen Messer am Stamm angeritzt und „gemolken“. Unter dem Einschnitt wird ein kleines Eimerchen befestigt. Der austretende Latex wird später zu Naturkautschuk verarbeitet wird. Im Alter von 25 Jahren stellt der Baum die Produktion ein, wird gefällt und durch neue Pflanzen ersetzt. Das Holz, das härter als Buche, Ahorn oder Eiche ist, wird häufig zur Möbelproduktion, aber auch zur Herstellung für Spielzeug oder Musikinstrumente genutzt. Die meisten Kautschukplantagen gehören Kleinbauern. Internationale Konzerne unterhalten nur wenige Anbauflächen.

Bei den Festigkeitsträgern im Inneren des Reifens verwendet Continental im Gürtel Stahl aus Recycling. Auch textile Cordmaterialien werden zunehmend durch Recyclingprodukte oder Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen – wie Rayon – ersetzt. Das Beste: Reifen mit diesen alternativen Festigkeitsträgern sind zehn Prozent leichter als herkömmliche Erzeugnisse und senken das Gesamtgewicht eines Pkws, der so weniger Kraftstoff verbraucht. Mergell: „Wir verfolgen das Ziel, sowohl bei den Rohstoffen als auch in der Produktion noch nachhaltiger zu werden.“