Branchenrisiken
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Gerade für die Autoindustrie drückt sich die Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2009 in der großen Bandbreite der Expertenschätzungen über das absatzfähige Volumen für das Jahr 2009 aus. Diese Spanne reicht von einem 10- bis 25-prozentigen Rückgang der Neuzulassungen weltweit. Das Erreichen des unteren Endes der Bandbreite hätte eine dramatische Unterauslastung der Kapazitäten unserer Kunden zur Folge. Aufgrund der hohen Fixkostenintensität der Industrie wäre dann die Insolvenz eines Kunden oder einer seiner Tochtergesellschaften nicht mehr auszuschließen. Eine unmittelbare Folge wären Forderungsausfälle, die aufgrund der aktuellen Situation auch nicht versicherbar sind. Diesem Risiko treten wir allerdings mit einem effektiven Debitorenmanagement gegenüber. Das systemische Risiko, das darüber hinaus mit einer Insolvenz eines Kunden und insbesondere eines Automobilherstellers verbunden wäre ist hingegen schwer prognostizierbar und somit kaum absicherbar. Allgemein lösen rückläufige Produktionsvolumina Risiken für Absatz, Umsatz und Ergebnis aus, denn Automobilhersteller nominieren zwar üblicherweise mindestens einen Lieferanten für ein bestimmtes Fahrzeug, sie geben jedoch keine Zusage über die Abnahme einer Mindestmenge der zu liefernden Produkte. Grundsätzlich vermindern wir diese Risiken, indem wir z. B. unsere Produktionskapazität stärker flexibilisieren und unsere Fixkosten senken. Wachsende Ausstattungsraten kompensieren diese Risiken in gewissem Umfang für einige wesentliche Unternehmensprodukte im Kfz-Bereich. Zu unserer Strategie gehört außerdem, dass wir beträchtliche Teile des Umsatzes außerhalb der Automobilindustrie generieren. Dann können wir unser Risiko auf Branchen mit unterschiedlichen Zyklen verteilen. Um für das absehbare schwierige Umfeld im Jahr 2009 noch besser gerüstet zu sein, hat der Vorstand bereits Ende 2008 Investitionen und Ausgaben für Forschung und Entwicklung für das Jahr 2009 in ihrem Umfang deutlich beschränkt und zusätzlich ein umfangreiches Kostensenkungsprogramm aufgelegt. Nach dem zum Teil deutlichen Preisverfall vieler für Continental wichtiger Rohstoffe, als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise, ist ein Preisanstieg des Öl- oder Naturkautschukpreises, wie er in den vergangenen Jahren oftmals unterjährig zu beobachten war, eher unwahrscheinlich. Bei anhaltend niedrigen Rohstoffpreisen könnte Druck auf unsere Preise, insbesondere im Reifenersatzmarkt entstehen, was mit unmittelbaren Auswirkungen auf die Umsatz- und Ergebnissituation insbesondere der Reifensparte verbunden sein könnte. |