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Continental: Verpflichtung zu Reifendruck-Überwachungssystemen würde Milliarden sparen

12.09.2008

  • Continental begrüßt EU-Bestrebung zur verpflichtenden Ausrüstung von neuen Pkw und Lkw mit Reifendruck-Überwachungssystemen
  • Einsparpotenzial von mehr als zehn Millionen Tonnen CO2 pro Jahr allein in Europa
  • Falscher Reifenluftdruck verursacht in Europa Kosten von über sieben Mrd. Euro
  • Jeder Pkw-Reifen kann pro Quartal bis zu 0,2 bar Luftdruck durch Diffusion verlieren – 64 Prozent aller Pkw weisen einen zu geringen Reifenluftdruck auf
  • Über 75 Prozent aller Lkw in der EU fahren mit zu geringem Reifenluftdruck – der richtige Reifenluftdruck senkt die Fahrzeugkosten um bis zu 1.000 Euro pro Jahr

Regensburg, 12. September 2008. Auf internationaler Ebene beraten unterschiedliche Gremien darüber, ob und wie eine verpflichtende Ausrüstung von neuen Pkw und Lkw mit Reifendruck-Überwachungssystemen möglich und sinnvoll ist. Die amerikanische US-Bundesbehörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit (NHTSA) hat eine entsprechende Verpflichtung für Pkw bereits in geltendes Recht umgesetzt. Continental begrüßt sowohl die Initiative der USA als auch die weiteren internationalen Bestrebungen.

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"Mit einer Reifendruck-Überwachung fährt man nicht nur sicherer, sondern spart dabei auch noch Kraftstoff", erklärt Andreas Wolf, Leiter des Geschäftsbereichs Body & Security der Continental Division Interior und ergänzt: "Nach unseren Berechnungen könnten die Kohlendioxid-Emissionen in Europa jährlich um mehr als zehn Millionen Tonnen reduziert werden, wenn flächendeckend Reifendruck-Überwachungssysteme in Pkw und Lkw zum Einsatz kommen."

Die Empfehlung der Continental-Experten geht daher zum verpflichtenden Einbau von Systemen, die bereits eine Druckabweichung eines einzelnen Reifens von 0,2 bar (bei Pkw) und 0,4 bar (bei Lkw) detektieren. So können alle Fahrer frühzeitig auf die Notwendigkeit des Nachfüllens hingewiesen werden. Schließlich bedeutet eine Unterschreitung des vom Pkw-Hersteller empfohlenen Reifenluftdrucks um 0,3 bar einen Kraftstoffmehrverbrauch von 1,5 Prozent. Continental liefert heute verschiedene Reifendruck-Überwachungssysteme für Pkw und arbeitet an angepassten Systemen für den Einsatz im Lkw. Während indirekt messende Systeme auf Basis der Informationen der ABS-Sensoren die Sicherheitsanforderungen (Verkürzung der Bremswege, verbessertes Fahrzeughandling, Reduzierung der Pannenwahrscheinlichkeit) unterstützen, können heutige Reifendruck-Überwachungssysteme mit Reifensensoren Druckabweichungen von weniger als 0,2 bar detektieren. Gerade diese Systeme – wie das Continental Tire Guard-System – helfen dabei, den Rollwiderstand und damit den Kraftstoffverbrauch gering zu halten.

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Da jeder Reifen an den Schnittstellen von Reifen und Felge auf Grund der Diffusionsvorgänge im Reifen kontinuierlich innerhalb von drei Monaten bis zu 0,2 bar Luftdruck verliert, sollte jeder Autofahrer regelmäßig seine Reifen überprüfen.

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Nur korrekt gefüllte Reifen können ihre Aufgaben optimal erfüllen und mit einem niedrigen Rollwiderstand für höchste Kraftstoffeffizienz sorgen. Die meisten Pkw-Fahrer überwachen jedoch den Luftdruck ihrer Reifen nur selten. So entstehen allein in Europa jährliche Kraftstoffmehrkosten von über drei Milliarden Euro. Studien der Europäischen Union zeigen, dass über 64 Prozent der Pkw mit zu geringem Reifenluftdruck gefahren werden. Mehr als 75 Prozent der in der Europäischen Union eingesetzten Lkw fahren mit durchschnittlich 12 Prozent Minderdruck in den Reifen und verursachen so in Europa Mehrkosten von über vier Milliarden Euro pro Jahr. Bei einem Dieselpreis von 1,50 Euro pro Liter würde eine kontinuierliche Reifendruck-Überwachung bei schweren Lkw zu einer Kosteneinsparung von rund 1.000 Euro pro Jahr und Fahrzeug führen. So amortisieren sich die Einstiegsinvestitionen bereits nach kurzer Einsatzzeit für jeden Fuhrparkbesitzer.

Würde der Reifenluftdruck bei allen Fahrzeugen kontinuierlich überwacht und die Fahrer auf diese Weise direkt über einen zu geringen Reifendruck der Reifen informiert, so hätte dies drei konkrete Vorteile: Der einzelne Autofahrer reduziert die mit dem Auto zusammenhängenden Kosten. Diese resultieren einerseits aus einem reduzierten Kraftstoffverbrauch. Andererseits erreichen Reifen eine deutlich höhere Laufleistung, wenn sie im idealen Luftdruckbereich gefahren werden. Volkswirtschaft und Umwelt profitieren darüber hinaus von einer Reduzierung der Emissionen von Kohlendioxid (CO2). Schließlich erhöht sich auch die Fahrzeugsicherheit insbesondere bei Kurvenfahrten. Die meisten Reifenausfälle – mit teilweise verheerenden Auswirkungen auf die Fahrstabilität – sind auf einen schleichenden Druckverlust zurückzuführen. Entsprechend führt der französische Verkehrssicherheitsrat Sécurité Routière allein neun Prozent aller schweren Autobahnunfälle im Jahr 2003 in Frankreich auf zu geringen Reifenluftdruck zurück.

Im Zuge der internationalen Bemühungen um die Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen hat sich der Aspekt des reduzierten Kraftstoffverbrauchs bei reduziertem Rollwiderstand mehr und mehr in den Fokus der Entwickler und der verschiedenen Gremien gestellt. "Einer einseitigen Auslegung von Reifen und Elektronik zugunsten einer möglichst hohen CO2–Reduktion stehen wir aber sehr kritisch gegenüber. Continental-Pkw-Reifen sind grundsätzlich auf die beste Performance bei den sicherheitsrelevanten Eigenschaften ausgelegt, wie zum Beispiel Nassbremsen oder Schneetraktion. Die Optimierung von Kriterien wie Rollwiderstand oder Komfort folgen dann mit nächst höherer Priorität", verdeutlicht Dr. Alan Hippe, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Continental AG und verantwortlich für die Division Pkw-Reifen, die Philosophie in der Reifenentwicklung.

Continental liefert bereits seit dem Jahr 2000 elektronische Systeme zur automatischen Überwachung des Reifenluftdrucks an heute über 20 Pkw-Hersteller weltweit. Bislang stand hierbei vor allen Dingen die gesteigerte Verkehrssicherheit beim Fahren mit optimal gefüllten Reifen im Vordergrund. Die beste Akzeptanz bei den Autofahrern haben jene Systeme, die im Falle eines Falles genau anzeigen, an welchem Reifen wie viel Luft nachgefüllt werden muss, um wieder in den optimalen Füllbereich zu kommen. Ergänzt werden können die Reifendruck-Überwachungssysteme auf Basis von Sensoren im Reifen von einer zusätzlichen Druckberechnung auf Basis der ABS-Sensorik. So kann die Qualität der Sensordaten über die zusätzliche Plausibilitätsprüfung noch einmal verbessert und ein noch höheres Sicherheitsniveau erreicht werden.

Warum das Fahren mit ungenügend gefüllten Reifen zu einem höheren Kraftstoffverbrauch führt, ist leicht erklärt: Da sich das Reifenmaterial bei ungenügendem Reifendruck beim Abrollen in sich mehr bewegt, wird in den Reifen mehr Energie beim Rollen in Wärme umgewandelt. Experten nennen dies eine höhere "Walkarbeit". Diese Energie muss vom Motor mit aufgebracht werden. Bereits bei einem Minderluftdruck von 0,3 bar für alle vier Reifen entsteht ein Kraftstoffmehrverbrauch von einem Prozent. Typische Minderdrücke liegen jedoch deutlich darüber.

Continental arbeitet bereits heute an der nächsten Generation von Reifeninformations-systemen. Das Intelligent Tire System bezieht im Pkw seine Daten aus einem direkt mit dem Reifenmaterial verbundenen Sensor. So können Reifendruckempfehlungen auch auf Basis unterschiedlicher Beladungswerte gegeben werden. Die Brems- und Fahrerassistenz­systeme können mit den zusätzlichen Informationen ihre Regelstrategien speziell auf die jeweils montierten Reifen und ihren Zustand abstimmen.

Der Continental-Konzern gehört mit einem anvisierten Umsatz von mehr als 26,4 Mrd Euro im Jahr 2008 weltweit zu den führenden Automobilzulieferern. Als Anbieter von Bremssystemen, Systemen und Komponenten für Antrieb und Fahrwerk, Instrumentierung, Infotainment-Lösungen, Fahrzeugelektronik, Reifen und technischen Elastomerprodukten trägt das Unternehmen zu mehr Fahrsicherheit und zum Klimaschutz bei. Continental ist darüber hinaus ein kompetenter Partner in der vernetzten, automobilen Kommunikation. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 150.000 Mitarbeiter an nahezu 200 Standorten in 36 Ländern.

Die Division Interior der Continental AG entwickelt und produziert weltweit für Automobilhersteller und Nachausrüstung elektronische Systeme, mit denen Informationen im Fahrzeug fahrer- und situationsgerecht gesteuert und präsentiert werden. Die Division erzielt derzeit mit mehr als 33.000 Mitarbeitern einen jährlichen Umsatz von über 6 Mrd Euro (Basis 2006). Zum Produktspektrum gehören unter anderem Instrumente und Multifunktionsdisplays, Kontroll- und Steuergeräte, elektronische Fahrzeug-Zugangssysteme, Reifeninformationssysteme, Radios, Multimedia- und Navigationssysteme, Klimaanlagensteuerungen und -bedienungen, Telematiklösungen sowie Cockpits. Die Division Interior entwickelt die Fahrzeugelektronik, die für die Verbindung zu anderen Fahrzeugen (Car2Car), zu Verkehrs- und Mobilitätszentralen (Car2Infrastructure), dem Internet und zur nahtlosen Integration von mobilen Endgeräten (Car2Device) notwendig ist. Durch konsequente Systemintegration bietet sie ihren Kunden eine Reduktion von Komplexität und sorgt so für effiziente, kostengünstige Lösungen für das Informationsmanagement in Pkw, Nutz- und Spezialfahrzeugen.

Kontakt:
Daniel Freund
Marketing & PR
Continental Suisse SA
Lerzenstrasse 19
CH-8953 Dietikon
Telefon: +41 44/745 56 37
Fax: +41 44/745 56 60
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